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Smartphone im Straßenverkehr

Nur mal schnell eine SMS tippen oder den Weg zum Treffpunkt checken: Auch im Straßenverkehr kommen viele kaum ohne Handy aus. Aber wann darf man es auch benutzen?

 

Wie viel Smartphone ist für Verkehrsteilnehmer erlaubt? Mir ist nämlich nicht klar, ob ich es als Fußgänger uneingeschränkt benutzen kann. Darf ich auf dem Rad – zum Beispiel mit Freisprechanlage – telefonieren oder das Handy zum Musikwechseln in die Hand nehmen? Wie sieht es im Auto aus?, will ZEIT-ONLINE-Leserin Lisa Lanski wissen.

Ein grundsätzliches Smartphone-Verbot für Fußgänger gibt es nicht – auch wenn viele Menschen häufig so auf ihr Handy fixiert sind, dass sie erst im letzten Augenblick anderen Fußgängern ausweichen. Deshalb sollte man das Smartphone als Fußgänger freiwillig in der Tasche lassen, rät Rechtsanwältin Christine Brauner-Klaus.“Niemand kann sich gleichzeitig auf sein Smartphone und den Straßenverkehr konzentrieren.“ Sie verweist auf die 31.500 im Jahr 2015 verunglückten Fußgänger, von denen 534 starben. Allerdings gibt es keine statistischen Hinweise darauf, wie oft das Mobiltelefon dabei eine Rolle spielte.

Enger sind die Grenzen für Fahrradfahrer. Wer das Smartphone während des Fahrens benutzt, muss mit einer Geldbuße von 25 Euro rechnen. „Mit benutzen ist nicht nur das Telefonieren gemeint, sondern auch beispielsweise das Tippen einer WhatsApp-Nachricht oder das Wechseln eines Lieds“, sagt Brauner-Klaus. Beide Hände des Radlers sollten am Lenker bleiben.

Mittlerweile gibt es zwar Halterungen für Mobiltelefone am Fahrrad, und auch das Telefonieren mit Freisprechanlage ist erlaubt. Doch die Fachanwältin für Verkehrsrecht rät trotzdem von diesen Lösungen ab: Radfahrer ließen sich dadurch zu leicht ablenken. Der Bußgeldkatalog sieht zudem eine Strafe von 15 Euro vor, wenn die Musik zu laut ist und dadurch Umgebungsgeräusche wie ein Hupen oder Martinshorn nicht mehr gut wahrnehmbar sind.

Noch strenger sind die Regeln für Autofahrer. Die Straßenverkehrsverordnung verbietet es, während der Fahrt das Mobiltelefon in der Hand zu halten und es zu nutzen. „Das gilt selbst dann, wenn man vor einer roten Ampel mit laufendem Motor steht und wartet oder rechts ranfährt, der Motor aber noch läuft“, sagt Brauner-Klaus.

Für moderne Autos gibt es in diesem Verbot zumindest ein Schlupfloch: Das Oberlandesgericht Hamm entschied 2014, dass Fahrer, deren Auto mit einer Start-Stopp-Vorrichtung ausgestattet sind, nicht von diesem Verbot betroffen sind. „Sie dürfen an einer roten Ampel zum Handy greifen, denn es macht keinen Unterschied, ob der Motor automatisch oder per Hand ausgeschaltet wurde“, sagt die Fachanwältin für Verkehrsrecht.

Nutzen Kraftfahrer ein Mobiltelefon als Navigationshilfe, muss es dafür eine feste Halterung geben. „Sie dürfen es dann bedienen, etwa um einen Anruf über die Freisprechanlage anzunehmen oder die Route einzutippen. Das verstößt nicht gegen die Straßenverkehrsordnung“, sagt Brauner-Klaus.

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Quelle: zeit.de

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